S&Ls innovative Mixer-Nachrüstung: Ein durchschlagender Erfolg, der von Sumitomo Bakelite bestätigt wird.
14.09.2021
Hintergrund
Im Jahr 2011 leistete die S&L Group einen bedeutenden Beitrag für Sumitomo Bakelite (Nantong) durch die Lieferung von zwölf konischen Einschneckenmischern. Diese Mischer wurden sorgfältig ausgewählt und in verschiedenen Größen geliefert, um die spezifischen Produktionsanforderungen für das Mischen von Phenolharzen zu erfüllen. Das Werk von Sumitomo Bakelite in Nantong, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft in China, ist weltweit führend in der Herstellung von hochwertigem PF-Harz, das vorwiegend in der Automobilindustrie eingesetzt wird. Aufgrund des rasanten Wachstums der chinesischen Automobilindustrie konnte die bestehende Produktionskapazität des Werks mit der stark steigenden Auftragslage nicht mehr Schritt halten. Da der Mischprozess von höchster Wichtigkeit ist, erforderte das Projekt einen 24-Stunden-Dauerbetrieb. Anfang 2014 wurde S&L daher zum Produktionsstandort eingeladen, um eine Lösung für eine Kapazitätserweiterung zu erarbeiten.

Projektmachbarkeit
Ziel des Kunden war es, die Größe des Einschneckenmischers auf dem begrenzten Platz vor Ort zu maximieren. Nach umfassenden Feldmessungen und Berechnungen aus verschiedenen Blickwinkeln wurde festgestellt, dass das maximale Volumen des Mischers von 8.000 l auf 12.000 l erhöht werden konnte. Diese Anpassung erforderte entsprechende Modifikationen an Motor, Getriebe, Antriebssystem und Schneckenrührwerk. Die vorhandene Stahlkonstruktion vor Ort stellte jedoch eine große Herausforderung beim Austausch des alten Mischbehälters gegen einen größeren dar. Trotz dieser Schwierigkeiten gelang es den Ingenieuren von S&L in Zusammenarbeit mit den Anwendern durch zahlreiche Studien und Gespräche, Lösungen für alle kritischen Punkte zu finden und dabei ihre Belastbarkeit und Expertise unter Beweis zu stellen.

Mischbehälterkörper
Die Situation mit dem Mischbehälter war komplex, da dieser nicht mehr vor Ort demontiert werden konnte. Glücklicherweise waren Deckel und Mischbehälter mit einer Flanschverbindung versehen. Die innovative Lösung bestand darin, den Behälter durch einen neuen, ebenfalls mit Flansch versehenen Mischbehälter zu verlängern. Aufgrund des großen Flanschdurchmessers von 2,8 m hätte eine direkte Flanschverbindung keine passgenaue Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Behälter gewährleistet. Um dies zu beheben, wurde nach präziser Positionierung der beiden Behälter vor Ort eine Innenschweißung durchgeführt. Dieses sorgfältige Vorgehen sicherte die Integrität des gesamten Mischbehälters.

Antriebssystem
Das Antriebssystem des Mischers, bestehend aus Motor, Getriebe, Verteilerkasten und Förderschnecke, musste verbessert werden. Aufgrund der Bedenken des Kunden hinsichtlich Überstrom und des hohen Eigenwiderstands der zu mischenden Materialien wurde das gesamte Antriebssystem mit einem maximalen Sicherheitsfaktor ausgestattet. Diese Verbesserung führte zu einem Antriebssystem mit höherem Drehmoment. Zusätzlich wurde eine verstärkte Förderschnecke installiert, um die Risiken durch Scherkräfte und Materialermüdung im Betrieb zu minimieren.

Untere Stütze
Bei einer Standardkonstruktion ist für eine 4 m lange Schnecke eine Bodenstütze unerlässlich, um jeglichen Kontakt mit dem Behälterkörper zu verhindern und eine längere Lebensdauer zu gewährleisten. Für diese spezielle industrielle Anwendung war eine Bodenstütze jedoch nicht möglich. Der Grund dafür war, dass das Harz durch die Reibung an der Bodenstütze verklumpen und aushärten würde. Um die durch die lange Schnecke ohne Bodenstütze verursachte Unwucht auszugleichen, wurde ein Gegengewichts-Schneckenarm eingesetzt, wodurch die damit verbundenen Probleme weitestgehend minimiert werden konnten.

Installation
Nach monatelanger engagierter Arbeit lieferte S&L die modifizierte Baugruppe Ende September 2014 erfolgreich aus. Dank der professionellen Schulung und Anleitung von S&L konnten die Installation, Montage und Inbetriebnahme vor Ort im Oktober erfolgreich abgeschlossen werden. Der Installationsprozess wurde systematisch durchgeführt.
Zunächst wurden Deckel, Motor, Getriebe und Rührwerk vom alten Mischer demontiert. Nach korrekter Positionierung wurde der neue Mischerbehälter mit Flanschanschluss mittels Schrauben entlang der vier Befestigungspunkte des 2,8 m durchmessenden Flansches provisorisch am alten Behälter befestigt. Im Inneren des Behälters wurden präzise Schweiß- und Polierarbeiten durchgeführt, um die Stabilität der gesamten Konstruktion zu gewährleisten und den Behälter für die endgültige Montage vorzubereiten.
Anschließend wurden Motor, Getriebe, Schneckenarm und lange Schnecke montiert. Dabei war es entscheidend, den optimalen Spalt zwischen Behälterkörper und langer Schnecke zu gewährleisten, da der Behälterkörper nicht aus einem einzigen Stück Stahlblech gefertigt war. Nach der Montage der Komponenten wurde der Motorlüfter manuell gedreht, um den erforderlichen Spalt zu überprüfen. Abschließend wurde die Grundplatte für das Getriebe angeschweißt und fixiert.
Nach Abschluss aller Installationsarbeiten wurde ein obligatorischer zweistündiger Trockenlauftest durchgeführt. Das Gerät bestand den Test mit Bravour und erfüllte alle erforderlichen Kriterien, wie z. B. zulässige Temperaturerhöhungen von Motor und Getriebe, keine ungewöhnlichen Geräusche und Einhaltung der zulässigen Vibrationsgrenzen.
Sieben Jahre sind seit Abschluss der Umrüstung vergangen, und die Anlagen laufen weiterhin einwandfrei. Sumitomo Bakelite ist sowohl mit der Produktqualität als auch mit den technischen Kompetenzen von S&L sehr zufrieden. S&L wird die Zusammenarbeit mit Sumitomo Bakelite auch in Zukunft fortsetzen, um noch leistungsfähigere Produkte anzubieten und zur Weiterentwicklung der chemischen Industrie beizutragen.


















